Interim Manager finden: Warum viele Unternehmen am falschen Ort nach der richtigen Führungskraft suchen

Interim Manager finden: Warum viele Unternehmen am falschen Ort nach der richtigen Führungskraft suchen

Kurz beantwortet: Viele Unternehmen suchen nach einem Interim Manager am falschen Ort: Sie beginnen bei Profilen, Tagessätzen oder Vermittlungskanälen. In kritischen Situationen ist das verständlich, aber riskant. Ein Interim Manager wirkt nicht wegen eines passenden Lebenslaufs, sondern weil er das konkrete Problem erkennt, Prioritäten setzt und unter Zeitdruck Führung übernimmt.

Eine zielführende Suche beginnt daher mit einer präzisen Diagnose: Was gefährdet Ergebnis, Liquidität, Lieferfähigkeit oder Veränderungsfähigkeit? Welche Resultate müssen kurzfristig erreicht werden? Erst danach sollte die Kandidatensuche beginnen.

Eine Schlüsselperson fällt aus. Die Liquidität wird enger. Ein Transformationsprogramm verliert Tempo. Oder ein Werk kämpft mit Lieferproblemen, während der wichtigste Kunde verbindliche Antworten erwartet.

In solchen Situationen beginnt häufig eine hektische Suche nach einem Interim Manager.

Profile werden angefordert, Lebensläufe verglichen, kurzfristige Interviews geführt. Das schafft Aktivität. Aber noch keine Lösung.

Die entscheidende Frage lautet nicht: Wer ist verfügbar? Sondern: Welches Problem muss jetzt gelöst werden – und welche Führungspersönlichkeit kann unter diesen Bedingungen tatsächlich Wirkung entfalten?

„Der passende Interim Manager ist nicht der am schnellsten verfügbare oder günstigste Kandidat. Es ist die Führungspersönlichkeit, deren Erfahrung, Mandat und Entscheidungsrechte exakt zur konkreten Situation passen.“
Dr. Harald Schönfeld

Der falsche Fokus kostet Zeit

Ein Tagessatz ist sichtbar. Die Folgen einer unpassenden Besetzung sind es zunächst nicht.

Sie zeigen sich oft erst nach einigen Wochen: Der Auftrag war zu vage. Entscheidungsrechte sind unklar. Die Führungskraft verfügt über überzeugende Erfahrung, erreicht aber die Organisation nicht. Oder sie bearbeitet ein Symptom, während die eigentliche Ursache an einer ganz anderen Stelle liegt.

Dann verliert ein Unternehmen mehr als Geld. Es verliert Tempo, Vertrauen und in kritischen Situationen seine Handlungsfähigkeit.

„Ein falscher Interim Manager ist keine bloße Fehlbesetzung. In einer Krise kostet er Zeit, Orientierung und häufig genau jene Energie, die das Unternehmen für die Stabilisierung braucht.“
Dr. Harald Schönfeld

Gerade bei Restrukturierung, Liquiditätsdruck oder drohender Krise ist frühes und strukturiertes Handeln entscheidend. Das Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG) bildet in Deutschland einen gesetzlichen Rahmen für frühzeitige Unternehmensstabilisierung und Restrukturierung. Operativ beginnt Stabilisierung jedoch mit klarer Führung, Prioritäten und Entscheidungen.

Drei Fragen vor der Suche

Was muss wirklich gelöst werden?

„Wir suchen einen Interim CFO“ beschreibt eine Funktion. Es beschreibt nicht die Aufgabe.

Geht es um Liquidität und Bankenkommunikation? Um Working Capital? Um Ergebnisverbesserung? Um belastbare Steuerungsinformationen für Gesellschafter, Verwaltungsrat und Banken? Oder um ein Finance-Team, das nach dem Ausfall seiner Führung wieder Orientierung braucht?

Dasselbe gilt für Interim CEOs, CROs, COOs, Werksleiter oder HR-Leiter. Der Titel ist nur der Ausgangspunkt. Entscheidend sind Ausgangslage, Zielbild, Zeitdruck und die konkrete Ergebnisverantwortung.

Welche Art von Führung fehlt?

Ein erfahrener Sanierer ist nicht zwingend die richtige Wahl für eine Wachstumsphase. Ein ausgezeichneter Prozessmanager kann überfordert sein, wenn die eigentliche Aufgabe darin besteht, ein blockiertes Führungsteam wieder entscheidungsfähig zu machen.

Fachkompetenz ist notwendig. Sie reicht jedoch nicht aus.

Wirksame Veränderung braucht eine realistische Lagebeurteilung, klare Ziele, nachvollziehbare Kommunikation und die Fähigkeit, Menschen für die Umsetzung zu gewinnen. Die Harvard Division of Continuing Education verweist auf unklare Ziele, schwache Kommunikation und die Missachtung kultureller Faktoren als häufige Gründe, warum Veränderungsprogramme scheitern.

Was darf der Interim Manager entscheiden?

Viele Mandate werden zu spät oder zu unpräzise aufgesetzt.

Was muss nach 30, 90 und 180 Tagen erreicht sein? Wer entscheidet bei Zielkonflikten? Welche Kennzahlen zeigen Fortschritt? Wo liegen die Grenzen des Mandats? Und welche Führungskräfte im Unternehmen tragen die Veränderung mit?

„Die Auftragsklärung ist keine Vorstufe der Suche. Sie ist der erste Teil der Lösung.“
Dr. Harald Schönfeld

Je klarer diese Fragen vor dem Start beantwortet sind, desto schneller kann ein Interim Manager Wirkung erzielen.

Ein typisches Praxisbild

Ein mittelständisches Industrieunternehmen sucht kurzfristig einen Interim COO. Die Ausgangsfrage lautet: „Wie stabilisieren wir die Produktion?“

Bei genauerer Analyse zeigt sich: Die Fertigung ist nicht das eigentliche Problem. Vertrieb, Disposition, Einkauf und Produktion arbeiten mit unterschiedlichen Prioritäten. Lieferprobleme werden spät sichtbar, Entscheidungen bleiben zwischen Bereichen liegen, und jeder optimiert seinen eigenen Abschnitt.

In einer solchen Lage braucht das Unternehmen nicht zwingend einen Produktionsleiter mit möglichst vielen technischen Stationen im Lebenslauf. Es braucht eine Führungspersönlichkeit, die operative Erfahrung, Zahlenorientierung und Durchsetzungskraft verbindet – und gleichzeitig Schnittstellen verbindlich führen kann.

Der Unterschied ist erheblich: Der erste Ansatz sucht eine Funktion. Der zweite sucht eine Lösung.

Plattform, Provider oder direkte Suche?

Ein digitaler Marktplatz kann sinnvoll sein. Er bietet Unternehmen direkten Zugang zu Profilen und ermöglicht eine eigenständige, transparente Suche.

Das passt vor allem dann, wenn die Aufgabe präzise beschrieben ist, ausreichende interne Auswahlkapazität vorhanden ist und das Unternehmen Interviews, Referenzen, Vertragsgestaltung sowie Mandatssteuerung selbst professionell übernehmen kann.

Ein klassischer Provider kann den Prozess entlasten, indem er Kandidaten sucht und eine Vorauswahl trifft.

Bei besonders kritischen, vertraulichen oder komplexen Mandaten kommt es jedoch auf mehr an: auf die Qualität der Auftragsklärung, die Beurteilung von Erfahrung und Persönlichkeit sowie auf eine klare, belastbare Mandatsarchitektur.

Deshalb lohnt sich vor der Entscheidung für einen Suchweg eine ehrliche Frage:

Brauchen wir Zugang zu passenden Profilen – oder brauchen wir Unterstützung bei einer kritischen Führungsentscheidung?

Häufige Fragen (FAQ)

Wie schnell kann ein Interim Manager starten?

Bei hoher Dringlichkeit und klarer Aufgabenstellung kann ein Einsatz innerhalb weniger Tage beginnen. Schnelligkeit sollte jedoch nie dazu führen, dass ein Unternehmen auf Auftragsklärung, persönliche Gespräche und Referenzprüfung verzichtet.

Was kostet ein Interim Manager?

Die Kosten hängen von Rolle, Erfahrung, Einsatzdauer, zeitlichem Umfang und Komplexität des Mandats ab – auch davon, ob vom Interim Manager eine organschaftliche Verantwortung übernommen werden soll.

Kosten in der Praxis in Euro und CHF (Schweiz).

Neben dem Honorar pro Einsatztag erstattet der Mandant dem Interim Manager üblicherweise die Kosten für die An- und Abreise am Wochenende und die Unterbringung vor Ort. Weiterhin erstattet er dem Interim Manager die im Rahmen der operativen dienstlichen Tätigkeit anfallenden üblichen Spesen, z.B. für Reisekosten zu Kunden oder Lieferanten.

Wann ist ein Provider sinnvoll?

Besonders bei komplexen, vertraulichen oder noch unklaren Aufgaben. Dazu zählen Restrukturierung, Turnaround, Geschäftsführungs- und C-Level-Vakanzen, Transformation, M&A, Nachfolge und operative Stabilisierung.

Wie sollte die Zusammenarbeit beginnen?

Mit einem vertraulichen Gespräch zur Lage: Was ist passiert? Was muss erreicht werden? Welche Entscheidungsrechte sind notwendig? Welche Erfahrungen und welche persönliche Wirkung braucht die künftige Führungskraft?

Erst danach sollte die eigentliche Suche beginnen.

Eine bessere Besetzungsentscheidung

Wer einen Interim Manager sucht, braucht selten einfach einen verfügbaren Lebenslauf.

Benötigt wird eine Führungspersönlichkeit, die das reale Problem erkennt, Prioritäten setzt, Entscheidungen herbeiführt und Verantwortung übernimmt.

butterflymanager unterstützt Unternehmen in Deutschland, der Schweiz und Österreich bei solchen kritischen Führungsaufgaben: mit strukturierter Auftragsklärung, der Auswahl geeigneter Interim und Fractional Manager sowie persönlicher Begleitung im Mandat. Die butterflymanager®-Methode beschreibt diesen Prozess in fünf Schritten.

Mehr über Interim Management bei butterflymanager erfahren oder ein vertrauliches Erstgespräch zur Auftragsklärung vereinbaren.

Über den Autor

Dr. Harald Schönfeld ist Geschäftsführer der butterflymanager GmbH. Seit 2003 unterstützt er Unternehmen in Deutschland, der Schweiz und Österreich bei Interim Management, Fractional Management sowie der Besetzung kritischer Führungsaufgaben.

schoenfeld@butterflymanager.com