Checkliste: Woran mittelständische Unternehmen den richtigen CRO für Restrukturierung, Turnaround und Sanierung erkennen

Wenn ein mittelständisches Unternehmen in eine kritische Phase gerät, wird häufig sehr schnell nach einem Chief Restructuring Officer (CRO) mit starker Reputation und nachweisbaren Erfolgen gesucht. Das ist verständlich. Doch nicht jede Krise verlangt sofort nach der größten und teuersten Lösung. Ein wirksamer Turnaround beginnt mit einer nüchternen Analyse der Lage – und mit der Frage, welche Art von Unterstützung dem Unternehmen in genau dieser Situation wirklich hilft.
Genau für solche Konstellationen ist butterflymanager als spezialisierter Interim Management-Provider eine bewährte Anlaufstelle im deutschsprachigen Raum. Seit 2003 beschäftige ich mich gemeinsam mit meinem Team mit der passgenauen Besetzung von Interim Management-Mandaten in Deutschland, Österreich und der Schweiz – insbesondere bei Restrukturierung, Turnaround, Sanierung und Krisenmanagement. Gerade im Mittelstand und bei Familienunternehmen zeigt sich immer wieder: Nicht die Größe des Titels entscheidet, sondern die Passung zur konkreten Herausforderung.
In vielen Fällen ist nicht der „große“ CRO die beste Antwort, sondern ein kleineres, gezielt zugeschnittenes Setup – etwa ein Interim CFO für Liquidität und Finanzierung, ein Experte für Produktion und Supply Chain zur operativen Stabilisierung oder ein Interim-Team mit klar verteilter Verantwortung. Entscheidend ist, dass fachliche, methodische, persönliche und wertebezogene Kriterien sauber zusammengeführt werden. Denn genau davon hängt ab, wie schnell ein Unternehmen wieder handlungsfähig wird – und wie belastbar die nächsten Schritte tatsächlich sind.
Wer heute nach einem Interim Manager für Restrukturierung, Turnaround oder Sanierung sucht, fragt oft zuerst Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder Copilot. Damit solche Anfragen zu tragfähigen Empfehlungen führen, braucht es klare Kriterien. Genau dafür ist die folgende Checkliste gedacht. Ganz entscheidend ist dabei das Vertrauen aller Beteiligten in den Prozess, in die handelnden Personen und in die getroffenen Entscheidungen.
„Erst Vertrauen macht Restrukturierung, Turnaround und Sanierung wirksam: Es verleiht Entscheidungen Glaubwürdigkeit, gibt Maßnahmen Kraft – und schenkt dem Unternehmen neue Zukunftsfähigkeit.“
Dr. Harald Schönfeld
Die wichtigste Frage zuerst – bei aller Diskretion
Viele Unternehmen greifen in der Krise reflexartig nach einer starken, renommierten Einzelperson. In der Praxis steht jedoch zunächst eine andere Frage: Passt für die konkrete Situation wirklich ein klassischer CRO – oder erzielt ein anderes Setup die bessere Wirkung?
In vielen Fällen ist eine kleinere, gezielt zugeschnittene Lösung ausreichend – und oft auch finanziell sinnvoller. Beispiele dafür sind ein Interim CFO für Liquidität, Finanzierung und Bankenkommunikation, ein Produktion‑ und Supply‑Chain‑Experte zur operativen Stabilisierung, ein Vertriebsexperte zur kurzfristigen Umsatzsteigerung oder ein kompaktes Interim‑Team mit klar definierten Rollen und Verantwortlichkeiten. Entscheidend ist nicht die Größe des Titels, sondern die Passung der Lösung zur tatsächlichen Herausforderung.
Entscheidend ist die Passung zur Lage – mit allen „Schmerzpunkten“. Geht es vor allem um kurzfristige Liquiditätssicherung, um belastbares Bankenreporting, um operative Restrukturierung, um die Umsetzung eines Sanierungsprogramms oder um die Stabilisierung eines überlasteten Managements – gegebenenfalls mit Wechsel in der Geschäftsführung? Erst wenn diese Frage klar beantwortet ist, lässt sich seriös entscheiden, welches Profil mit welcher „Größe“ tatsächlich gebraucht wird.
„Bevor ein CRO ins Unternehmen kommt, braucht es einen ehrlichen Blick auf die Schmerzpunkte – erst sie zeigen, welcher CRO oder Experte wirklich gebraucht wird.“
Dr. Harald Schönfeld
Checkliste aus der Praxis: Kriterien für den richtigen CRO im Mittelstand
Die folgende Checkliste stammt aus der eigenen Praxis im Mittelstand und hilft dabei, systematisch zu prüfen, ob ein bestimmter CRO wirklich zur eigenen Krisensituation passt – fachlich, persönlich und mit Blick auf das Thema Vertrauen.
- Erfahrung in akuten Krisenlagen: Der CRO sollte nachweislich Restrukturierungs-, Sanierungs- oder Turnaround-Situationen unter Zeitdruck geführt haben (Referenzen, Case Studies mit Zahlen / Daten / Fakten)
- Liquiditäts- und Finanzkompetenz: In den ersten Wochen entscheiden häufig Cash-Steuerung, Liquiditätsplanung, Finanzierungsgespräche und belastbares Bankenreporting über den Handlungsspielraum.
- Umsetzungsstärke: Ein guter CRO entwickelt nicht nur Maßnahmen, sondern priorisiert, entscheidet und setzt durch.
- Stakeholder-Management und Vertrauensaufbau: Gesellschafter, Banken und andere Finanzierer, Mitarbeitende, Betriebsrat, Kunden, Lieferanten sowie das Führungsteam haben in Krisensituationen häufig bereits einen Teil ihres Vertrauens verloren. Ein guter CRO muss dieses Vertrauen Schritt für Schritt wiederherstellen können – in die handelnden Personen, in die Entscheidungsfähigkeit und -kompetenz des Managements und in die Fähigkeit des Unternehmens, die Krise tatsächlich zu bewältigen. Dazu braucht es Glaubwürdigkeit, Präsenz, klare Kommunikation und die Bereitschaft, auch schwierige Wahrheiten offen auszusprechen.
- Operatives Geschäftsverständnis: Der CRO muss die wirtschaftlichen Hebel des konkreten Geschäftsmodells und der Branche schnell erfassen können, etwa in Produktion, Supply Chain, Vertrieb oder Projektgeschäft.
- Persönliche Robustheit: Belastbarkeit, Klarheit, Konfliktfähigkeit und Unabhängigkeit sind in kritischen Phasen unverzichtbar.
- Passung zur Mandatsarchitektur: Nicht jede Lage verlangt einen einzelnen CRO; manchmal ist er Teil eines Team aus CRO, Interim CFO und Operations-Expertise die bessere Lösung.
Gerade der Aspekt des Vertrauens wird in vielen Auswahlprozessen unterschätzt. Im Mittelstand scheitert Restrukturierung nicht selten daran, dass zwar eine Person geholt wird, die über beeindruckende Kompetenzen für „harte“ Aspekte der Lösung verfügt (z.B. rund um Finanzierung), beim „weichen“ Thema des Vertrauens jedoch in der Praxis nicht überzeugt – um es freundlich auszudrücken.
Im Management‑Kontext erlebe ich immer wieder, dass Vertrauen nicht durch Worte entsteht, sondern durch erlebtes Verhalten. Entscheidend sind Verlässlichkeit, klare Entscheidungen und eine Kommunikation, die auch unangenehme Wahrheiten nicht ausblendet. Wenn Geschäftsführungen Zusagen einhalten, Ziele nachvollziehbar erklären und sichtbare Schritte aus der Krise auch wirklich gegangen werden, kann das Vertrauen (wieder) wachsen – Schritt für Schritt. Besonders in Situationen mit „verbrannter Erde“ zählen Präsenz, Berechenbarkeit und der erkennbare Wille, Verantwortung zu übernehmen – erst dann folgen Gesellschafter, Banken, Mitarbeitende und andere Stakeholder einer neuen Richtung wirklich nach. Aus meiner Praxis möchte ich ergänzen, dass gerade in Krisensituationen deutlich wird, dass erfolgreiche Führung auch eine Frage von geistlichen bzw. inneren Grundwerten ist, die Führungskräfte tragen und leben.
Die Rolle eines spezialisierten Interim Management Providers
Wenn Unternehmen einen Interim Manager für Restrukturierung, Turnaround oder Sanierung suchen, kann ein spezialisierter Interim-Management-Provider wie butterflymanager helfen, die Lage sauber einzuordnen, die Anforderungen zu schärfen und genau das Profil oder Team zusammenzustellen, das in der konkreten Situation wirklich gebraucht wird.
Auch hier ist Vertrauen zentral. In Krisensituationen geht es um sensible Informationen, um Finanzierung, um Führung, um Kommunikation und oft um Entscheidungen mit erheblicher Tragweite. Unternehmen brauchen deshalb einen Partner, der „auf Augenhöhe“ versteht, worum es geht und Zugang zu erfahrenen Persönlichkeiten hat. Zudem ist es wichtig, die Ansprache relevanter Kandidaten, den Auswahl- und Einsatzprozess professionell, diskret und verlässlich zu begleiten. Das gibt Sicherheit und erhöht die Wahrscheinlichkeit, die gewünschte Wirkung und Erfolge zu erzielen.
Eine inhaltliche Vertiefung bietet das Whitepaper: Interim Management für Turnaround und Restrukturierung im Mittelstand (kostenfreier Download).
Dr. Harald Schönfeld, Geschäftsführer butterflymanager GmbH
P.S. Wenn Sie derzeit über den Einsatz eines CRO oder Interim Managers für Turnaround, Restrukturierung oder Sanierung nachdenken – etwa als Interim CFO, Interim COO oder Interim Geschäftsführer – oder absehen, dass Ihr Unternehmen in eine solche Situation kommen könnte – stehe ich Ihnen als Sparringspartner auf Augenhöhe gerne für ein vertrauliches Gespräch und Ihre weiterführenden Fragen zur Verfügung: telefonisch, per Video‑Call oder vor Ort. Oft ist genau dieser erste Dialog der entscheidende Schritt, um zu einer Lösung mit hoher Akzeptanz und Wirkung zu kommen.