Folge 15:
Wenn wichtige Themen liegen bleiben: Wann Interim Management im Mittelstand sinnvoll ist

In vielen mittelständischen Unternehmen beginnt es nicht mit einer Krise. Es beginnt viel leiser. Ein wichtiges Thema ist erkannt, es ist besprochen, vielleicht sogar mehrfach. Und trotzdem kommt es nicht entscheidend voran. Nicht, weil es an Kompetenz fehlt. Nicht, weil niemand Verantwortung übernehmen will. Sondern weil das Tagesgeschäft stärker ist. Erst drängen die Anliegen eines wichtigen Kunden. Dann fordert die Produktion volle Aufmerksamkeit. Danach steht ein wichtiges Gespräch mit der Bank an. Wieder vergeht eine Woche. Und aus einer sinnvollen Maßnahme wird ein aufgeschobenes Vorhaben.

Genau in solchen Situationen spielt Interim Management seine Stärke aus. Es geht nicht um einen dramatischen Eingriff von außen, sondern um eine pragmatische Lösung auf Zeit. Eine erfahrene Führungspersönlichkeit mit nachweislich hoher Expertise für das anstehende Thema übernimmt eine klar definierte Aufgabe – und zwar so, dass die Lösung im Alltag auch wirklich umgesetzt wird und funktioniert.

Wenn nicht das Wissen fehlt, sondern die Umsetzungskraft

Viele Führungskräfte wissen sehr genau, was zu tun wäre. Die eigentliche Schwierigkeit liegt selten in der Analyse. Sie liegt darin, im laufenden Betrieb ausreichend Zeit, Konzentration und Konsequenz für die Umsetzung freizumachen.

Gerade bei erfolgreichen mittelständischen Unternehmen erlebe ich dieses Muster immer wieder. Sie haben viel aufgebaut, Krisen überstanden, Kunden gewonnen und ihre Organisation Schritt für Schritt entwickelt. Genau deshalb versuchen sie oft lange, neue Herausforderungen mit den eigenen Kräften zu lösen. Das ist verständlich. Aber nicht jedes wichtige Thema lässt sich „nebenbei“ bewältigen.

Wo Interim Management im Mittelstand besonders viel bewirkt

Im Mittelstand steht selten der große Umbau im Vordergrund. Viel häufiger geht es um eine konkrete Aufgabe, die wichtig ist, aber intern nicht genug Schub bekommt. Und genau darin liegt die Gefahr: Je länger solche Themen liegen bleiben, desto dringlicher werden sie – und mit jeder Verzögerung wachsen finanzielle Belastung, operative Risiken und der Druck auf Geschäftsführung und Eigentümer. Wer dann nicht konsequent handelt, riskiert, aus einem lösbaren Problem eine echte Gefährdung von Ergebnis, Zukunftsfähigkeit und Reputation werden zu lassen.

Im Finanzbereich steht oft das Ziel einer besseren Liquidität im Vordergrund, damit Kreditverträge eingehalten werden, die Bonität stabil bleibt oder Banken Kreditlinien nicht kürzen. Wenn Kapitalgeber eine Rolle spielen, ist oft gewünscht, eine höhere Steuerungsfähigkeit und finanzielle Transparenz herzustellen (z.B. durch Einsatz eines Interim CFO, Interim Leiter Rechnungswesen oder Interim Controller).

Im HR-Bereich finden sich Interim Manager oft bei Turnarounds, Restrukturierungen, Reorganisationen oder Kostensenkungsprogrammen mit Personalabbau, Sozialplänen und komplexer Kommunikation. Auch in M&A-Situationen (Kauf/Verkauf, Post-Merger-Integration), in denen Kulturen zusammengeführt, Organisationen harmonisiert und Schlüsselkräfte gehalten werden sollen (z.B. durch einen Interim HR-Manager, Interim-Personalleiter, Interim-CHRO).

Ein weiteres – auch in Studien immer wieder oft genanntes Thema – sind festgefahrene oder nicht optimale Prozesse in der Produktion, die zu Qualitätsproblemen, Lieferverzögerungen, Vertragsstrafen und einer Welle von Reklamationen führen (z.B. Einsatz Interim CIO, Interim-Werksleiter, Interim-Produktionsleiter, Interim-Qualitätsleiter, Interim Supply Chain Manager).

Es mag überraschen, doch immer wieder führen wir auch Gespräche rund um Themen, die formal längst auf der Agenda stehen – und trotzdem immer wieder verschoben werden. Dazu zählen Compliance, Informationssicherheit, IT-Security und Cybersicherheit (z.B. durch den Einsatz eines Interim CIO oder Interim Chief Information Security Officer / CISO). Gerade im Mittelstand wachsen hier die Risiken: Bußgelder, Reputationsschäden, Betriebsunterbrechungen durch Cyberangriffe oder der Verlust wichtiger Kunden, die bestimmte Sicherheits- und Compliance-Standards voraussetzen. Auch Haftungsthemen der Geschäftsführung und der Aufsichtsgremien können dazu motivieren.

Für solche Aufgaben braucht es nicht immer eine feste Neueinstellung und auch nicht zwingend ein klassisches Beratungsprojekt. Oft ist ein erfahrener Interim Manager die zügigere und auch kostengünstigere Lösung: jemand, der zu genau dieser Herausforderung nachweisliche Erfolge und Resultate vorweisen kann, der das Thema für eine begrenzte Zeit strukturiert und transparent führt – und es pragmatisch in die Umsetzung bringt. Genau das ist im Mittelstand oft der entscheidende Punkt.

Warum diese Entscheidung Führungsstärke zeigt

Wer sich für einen Interim Manager entscheidet, gibt Verantwortung nicht ab. Im Gegenteil: Die Unternehmensleitung zeigt, dass sie ein wichtiges Thema ernst nimmt und konsequent angeht. Interim Management ist in solchen Situationen kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Zeichen von Handlungsfähigkeit. Unternehmen holen sich gezielt das Wissen, die Kompetenz und Kapazität, die sie (meist auch nur für eine bestimmte Zeit) brauchen, um ein wichtiges Thema schnell und wirksam zu lösen.

Wie butterflymanager vorgeht

butterflymanager ist eine Personalberatung, die seit vielen Jahren auf Interim Management spezialisiert ist. Der regionale Schwerpunkt liegt dabei im DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz). Die Arbeit beginnt immer mit einer sauberen Klärung der Lage im Gespräch mit den Auftraggebern. Dabei arbeitet butterflymanager mit der bewährten butterflymanager®-Methode. Sie beginnt mit drei einfachen, aber entscheidenden Fragen: Wo steht das Unternehmen heute? Was muss in den nächsten zwölf Monaten erreicht werden? Und welche Form der Unterstützung hilft dabei wirklich? Erst danach geht es um die Auswahl einer passenden Person.

Diese Herangehensweise stützt sich auf langjährige Marktkenntnis – auch der besten Interim Manager – und auf Erfahrung im Interim Management seit dem Jahr 2003. Gerade im Mittelstand ist das ein entscheidender Vorteil. Denn dort geht es selten nur um Fachkompetenz. Sehr oft spielen die Persönlichkeit und die Passung zur Kultur und besonderen Situation des Unternehmens eine wesentliche Rolle.

Warum das erste Gespräch oft schon viel verändert

Viele mittelständische Unternehmen haben noch wenig direkte Erfahrung mit Interim Management und wünschen sich vor allem Sicherheit: einen Partner, der das Instrument verständlich einordnet, die passende Vorgehensweise aufzeigt und Chancen wie Risiken realistisch bewertet. In solchen Situationen ist ein erfahrener Gesprächspartner auf Augenhöhe gefragt: jemand, der die Lage schnell erfasst, Prioritäten strukturiert und fundierte Vorschläge für den gezielten Einsatz eines passenden Interim Managers entwickelt – und der das Unternehmen über die gesamte Einsatzdauer hinweg verlässlich begleitet.

Wenn Sie sich in einer ähnlichen Situation wiederfinden, lassen Sie uns darüber sprechen. In einem ersten, unverbindlichen Gespräch klären wir gemeinsam, ob und wie Interim Management für Ihr Unternehmen sinnvoll einsetzbar ist. Das Team von butterflymanager steht Ihnen dafür jederzeit persönlich zur Verfügung.

Ein Beitrag von Dr. Harald Schönfeld, Geschäftsführer butterflymanager GmbH

Weiterführende Links:

Typische Einsatzbereiche unserer Interim Manager: National und international

Wissen zu Interim Management (mit Hinweisen zu Fachliteratur und Studien)